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Kanzler und Konsorten

Eine satirische Abrechnung in Wort und Bild; gewidmet allen Politikverdrossenen und -geschädigten.
 
 
 
Abschreckende Beispiele sind oft die wertvollsten Vorbilder
die zurückliegenden Titel-Karikaturen
 
 
 
Aber der Staat lügt in allen Zungen des Guten und Bösen;
und was er auch redet, er lügt - und was er auch hat, gestohlen hat er's.
 
Friedrich Nietzsche
 
 

Anmerkungen zur Religion

Was hat Religion mit Politik zu tun? Nun, davon abgesehen, dass Religion vermutlich die früheste Form von Politik war, nimmt sie auch heute noch massiven Einfluss auf die internationale Politik. Durchaus nicht nur im Islam, auch wenn dieser natürlich der Auslöser für diese kleine Abhandlung ist. Aber auch in Amerika und Israel haben religiöse Fundamentalisten mächtige Lobbys und enormen, teilweise verheerenden Einfluss auf die aktuelle Politik. Und selbst im scheinbar säkularen und eher nüchternen Europa nehmen Kirchen und christliche Organisationen immer wieder Einfluss auf politische Entscheidungen, und seien es auch nur Themen wie Ladenöffnungszeiten.
 
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Wer ist nun eigentlich schuld an der Finanzkrise?

- Die Politiker, die die Banken und Globalplayers nicht einfach an der langen Leine hielten, sondern die Leine kurzerhand kappten, man nennt das auch Neoliberalismus?
 
- Oder die Banker und Manager, die - gleich Spielsüchtigen - ihrer hemmungslosen Gier folgten und Milliarden verzockten.
 
- Oder die Herren in den Aufsichtsräten, die offenbar unglaublich viel Geld dafür bekommen, dass sie gezielt weggucken?
 
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Die selbsternannten Wirtschaftsexperten

Wie wird man eigentlich "Wirtschaftsexperte"? Habt Ihr Euch schon mal die Mühe gemacht, Euch all diese sogenannten Wirtschaftsexperten, die uns von der Politik untergejubelt werden, einmal genauer anzuschauen? Fangen wir gleich mal mit einem ganzen Kollektiv selbsternannter "Experten" an: Die FDP bezeichnet sich immer wieder gerne als Partei der Wirtschaft. Auf welcher Basis eigentlich? Weil fast alle Mitglieder und Repräsentanten dieser Partei Lehrer, Beamte oder Juristen sind? Oder weil man ein paar (niemals in der Praxis erprobte) neoliberalistische Theorien im Parteiprogramm stehen hat?
 
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Ist das Weltall unendlich,
oder nur die Dummheit?

Leser, die sich unbedarft hierher verirrt haben, seien vorgewarnt: Dies wird ein kleiner philophischer Exkurs. Aber Unendlichkeit ist gar nicht so schwierig, wie viele meinen ...
 
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Die Wachstums-Schimäre

Wachstum schafft Wohlstand und Arbeitsplätze. Eine unsterbliche Lüge, für die Politiker und selbsternannte Wirtschaftsexperten inzwischen schon Gewohnheitsrecht in Anspruch nehmen können, und die - vor allem in Wahlkampfzeiten - immer wieder neu gepredigt wird.
    Tatsächlich aber haben Wachstum und Arbeitsplätze absolut überhaupt nichts miteinander zu tun. Modernes Wachstum beruht hauptsächlich auf Produktivitätssteigerung und neuen Technologien. Beides sind eher Arbeitsplatz-Vernichter. Und darüber hinaus bringt ein Wachstum, das fast ausschließlich auf den Konten einer Handvoll großer Börsenspekulanten und Topmanager landet, nicht nur keine Arbeitsplätze, es bringt nicht mal allgemeinen Wohlstand.
 
Aber analysieren wir doch einfach mal die Ereignisse der letzten Jahrzehnte. Fangen wir an mit der "großen" Kohl-Ära. Wir hatte doch Wachstum! 16 Jahre Kohlregierung bescherten uns Wachstum ohne Ende! Und auch anschließend wuchs es (wenn auch langsamer) immer weiter. Bis heute.

Im Ernst:
- Das Bruttosozialprodukt hat sich im betrachteten Zeitraum mehr als verdoppelt!
- Die Arbeitslosen haben sich allerdings ebenfalls ungefähr verdoppelt ! ! !
- Auch die Staatsverschuldung hat sich ungefähr verdoppelt !
- Die Anzahl der Armen im Land hat sich in etwa verdreifacht.
- Und sogar Kohl selber hatte sich in seiner Regierungszeit annähernd verdoppelt, zumindest gewichtsmäßig.

 
- Die Anzahl der Millionäre hat sich sogar fast vervierfacht !
- und die Gehälter der Topmanager und Vorstände haben sich im betrachteten Zeitraum sogar verzwanzigfacht !!!

Wachstum also in jeder Beziehung! Und Millionen Millionäre im Land wollen am liebsten ihren dicken Kohl wieder haben. Seine zum System erhobene Untätigkeit war Garant für ungehindertes Gewinn-Wachstum.

Fassen wir also mal zusammen:
Wann und wo (seit dem Nachkriegs-Wirtschaftswunder) hat Wirtschaftswachstum jemals Arbeitsplätze geschaffen? Das ist eine Behauptung, die nicht nur der Logik entbehrt, sondern auch schlicht und einfach in der Praxis nicht nachweisbar ist! Es sei denn, man fälscht die Statistik, so wie das unsere Regierung zur Zeit tut.
Und wie kommt es eigentlich, dass sich das Bruttosozialprodukt zwar mehr als verdoppelt hat, die Reallöhne der einfachen Leute aber seit Jahrzehnten kontinuierlich sinken? Wozu ist ein Wachstum gut, dass die Arbeitslosigkeit und die Armut verdoppelt hat?

Und wie ist es mit dem glorreichen Amerika?
Dort arbeiten Menschen ohne Sozialversicherung für 3 Dollar die Stunde, und vermutlich müssen sie ihren gnädigen Herrschaften nach Feierabend, ehe sie schnell zum nächsten Job hetzen, noch die Schuhe putzen oder einen blasen ('tschuldigung).
    Klar, so kann man Vollbeschäftigung herstellen. Jedem zufällig "Besserverdienenden" seinen persönlichen Neger. Aber mit Wachstum hat das wohl kaum zu tun. Seit Clintons Abgang gibt es dort auch gar kein Wachstum mehr! Im Gegenteil! Unglaublich aber wahr: Unter demokratischen Regierungen wuchs die Wirtschaft stets stärker als unter konservativen!

Wachstum ist eine feine Sache, das kann ich auch bei mir, bei meiner einmal wöchentlichen "außerehelichen" Pflichtübung, immer wieder feststellen. Aber es löst keine Probleme!. Das ist eine hartnäckige Schimäre, die auch durch ständige Wiederholung nicht wahrer wird. Arbeitsplätze werden vernichtet, weil die Arbeit von Maschinen gemacht wird, oder in Billiglohnländer verlagert wird. Das hat weder mit Wachstum zu tun, noch kann es durch Wachstum aufgefangen werden. Probleme lösen, Arbeitslosigkeit bekämpfen, Armut verhindern, das alles könnte nur gute, kluge, ausgleichende Politik.

Aber woher nehmen und nicht stehlen? Ich bin genauso ratlos wie die Politiker, ja noch schlimmer, im Gegensatz zu ihnen weiß ich nicht mal, wen ich noch wählen soll.

[pete]

 

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